Fuerteventura 1986 - ein Erlebnisbericht

Als ich Ostermontag, im Jahre 1986, zum ersten Mal in Puerto del Rosario landete, hatte ich wenig Informationen über die Insel. Ich wusste natürlich, dass sie zum spanischen Hoheitsgebiet gehört und dass es dort immer warm ist. Das war aber auch schon alles. Eine Abfrage über das Internet war nicht möglich - es gab noch kein Internet. Es war überhaupt schwierig, an Informationen zu kommen. Es gab vielleicht ein Merian-Heft und einen Reiseführer. Und - Irgendwer kannte Jemanden, der schon einmal da war. Die Insel war noch nicht

erschlossen für den Massentourismus. Ich wollte einen Job in einer Clubanlage im Süden der Insel antreten. Mein Vertrag war unbefristet und Fuerteventura sollte für die nächste Zeit meine Heimat werden. Die Hotelanlagen liessen sich wohl an zehn Fingern abzählen. Im Norden in den Dünen das "Los Coriones" und das "Oliva Beach", glaube ich, im Süden das "Stella Canaris", Aldiana und Robinson. In Morro ein paar Restaurants und zwei Supermärkte und eine Tankstelle. Der Flughafen war noch klein, mit einer einzigen flachen Ankunftshalle und nicht zu vergleichen mit dem Airport heute.
Mein Ziel war Jandia, der Süden. Da mich scheinbar niemand erwartete und keiner der Transferbusse aus versicherungstechnischen Gründen, so sagte man mir, bereit war, mich mitzunehmen, nahm ich mir kurzerhand ein Taxi. Während der etwa einstündigen Fahrt über die Insel bekam ich einen ersten Eindruck von meinem neuen Zuhause.

Fuerteventura gehört zusammen mit Lanzarote und Gran Canaria zur spanischen Provinz Las Palmas. Die Insel mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern hat eine Fläche von 1.660 qkm und eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 100 km. Das Klima ist warm und trocken und im Unterschied zu anderen Inseln des Archipels fallen hier aufgrund der geringen Höhen der Berge wenig Niederschläge, zumeist in den Monaten Januar bis Februar, die dann aber auch nur von kurzer Dauer sind. Die Tagestemperaturen fallen auch in diesen Monaten nicht unter 20°C - nachts selten unter 15°C. In den Sommermonaten jedoch, begünstigt durch die Lage im Atlantik, wird es tags trotz intensiver Sonneneinstrahlung selten wärmer als 27°C.

Fuerteventura war damals wie Helgoland eine Insel, auf der kein Zoll erhoben wurde. Dem entsprechend günstig waren Alkohol und Tabak. Bezahlt wurde mit Pesetas. Die Stange Zigaretten kostete umgerechnet etwa 20 DM und im Hotel gab es darauf noch einmal Personalrabatt. Benzin lag 1986 weit unter einer Mark. Es liess sich gut leben dort.

(wird fortgesetzt)